Finanzielle Auswirkungen der Selbstverwaltungsstufe
Nach ausführlicher Diskussion und reiflicher Abwägung legten Geschäftsstelle und Vorstand die finanzielle Auswirkung der Selbstverwaltungsstufe fest. Grundsätzlich wird ein maxi-Haus künftig vier Prozent geringere Nettomieten zahlen, als wählte es die Selbstverwaltungsstufe mini. Wie genau sich die Mieten der einzelnen Liegenschaften auf den 1.1.2027 verändern, hängt von den Stufenwahlen sämtlicher Häuser ab und kann daher erst Ende 2026 berechnet werden – denn die Summe der Mieten muss über die gesamte Gesewo unverändert bleiben.
Wie genau wirkt sich das auf meinen Mietzins aus?
Aktuell sind die Mietzinse der Gesewo so justiert, dass die Kosten jeder einzelnen Liegenschaft und der gesamten Genossenschaft gedeckt sind – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Kostenmiete.
Wie sich die Mieten jeder einzelnen Liegenschaften auf den 1. Januar 2027 verändern, hängt davon ab, wie viele Häuser welche Stufe wählen.
Nehmen wir an, dass es auf 2027 keine Stufenwechsel gibt: Da deutlich mehr Liegenschaften, darunter die grosse Sagi Hegi und die sehr grosse Giesserei die Stufe maxi gewählt haben, können wir nicht bei sämtlichen maxi-Liegenschaften die Miete um zwei Prozent senken und bei den mini-Liegenschaften um zwei Prozent erhöhen. Dann erfüllten wir zwar den Anspruch der finanziellen Auswirkung für jedes einzelne Haus, die gesamte Gesewo hätte aber zu geringe Mieteinnahmen.
Tatsächlich werden wir nach erfolgter Bestätigung oder Anpassung der Selbstverwaltungsstufen durch die Hausvereine die Gesamtrechnung vornehmen. Wenn die Verteilung also bliebe wie aktuell, bekämen
- die maxi-Häuser eine Reduktion um ein Prozent,
- die midi-Häuser eine Erhöhung um ein Prozent und
- die mini-Häuser eine Erhöhung um drei Prozent.
Wenn alle ins Maxi wechseln passiert gar nichts. Wenn alle ins Mini wechseln auch nicht. Alles dazwischen wird die Geschäftsstelle Ende 2026 berechnen.
Eine Gewissheit steht aber schon jetzt: Ab 2027 wirken sich künftige Stufenwechsel zwischen mini und maxi mit vier Prozent aus.
Wie sind die vier Prozent Differenz zwischen mini und maxi entstanden?
Ursprünglich war geplant, nach dem zweijährigen Pilot die Jahresrechnungen unserer Liegenschaften auszuwerten und daraus die tatsächliche finanzielle Auswirkung abzuleiten. Der Pilot ist aber zu kurz, und zu wenige Häuser wählten mini oder midi, um belastbare Zahlen zu erhalten. Es gibt Indizien, aber für eine brauchbare Statistik ist das zu wenig.
Daher verschob sich die Diskussion schnell zu einer über einen angemessenen Anreiz. Wenn ein Haus mehr Leistungen übernimmt (maxi), dann soll es auch etwas weniger zahlen müssen. Gleichzeitig bietet die Gesewo bewusst auch die Stufe mini an. Auch dieser geringste Selbstverwaltungsgrad entspricht unserer Genossenschaftsidentität. Zu gross darf die Differenz also nicht sein, sonst fühlt es sich wie eine Strafe an.
Die finanzielle Steuerung der Gesewo liegt statutenkonform beim Vorstand. Dieser zog die gesamte Geschäftsstelle herbei. In einem gemeinsamen Workshop kristallisierte sich schnell der Wert heraus, den der Vorstand anschliessend beschloss: vier Prozent.
Jonathan Kischkel, Geschäftsführer